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Günther Meinhold

 

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Wissenszustände

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Wissen hat mehr Zustände als Sein oder nicht Sein. Es entwickelt sich allmählich und verschwindet nicht plötzlich. Fast unbemerkt kann es entgleiten, und mitunter bleibt wie bei einem glänzenden, aber wurmigen Apfel nur der äußere Schein zurück. Wissenshüllen wie Phrasen, leere Wahlversprechen oder Handbücher zur vollkommenen Erleuchtung; Seminarangebote und Preisliste – ohne Mehrwertsteuer – inbegriffen, gaukeln Kompetenz und Weisheit vor. Gemeinsam ist ihnen die Oberflächlichkeit und Vordergründigkeit der Meinungen und Aussagen. Es fehlen Tiefe und Substanz.
   Durch die Tiefe seines Wissens zeichnet sich der Spezialist aus. Seinem Gegenpart - dem  Generalisten - bescheinigt man hingegen  ein breites Wissen.  Breite und Tiefe sind geometrische Begriffe, mit denen man die Dimensionen des Raumes bezeichnet. Wir kennen noch eine dritte räumliche Dimension, die Höhe. Dieser ordne ich ein weiteres Wissensmerkmal zu: die Strukturiertheit. Denn strukturiertes Wissen ist von höherem Wert als unstrukturiertes, weshalb man die Einträge in einem Wörterbuch, einem Lexikon oder Telefonbuch auch alphabetisch sortiert. Anderenfalls wäre das dort gespeicherte Wissen nutzlos, da man schlimmstenfalls alle Einträge lesen müsste, um den einen  gesuchten zu finden.
    Die drei Größen “Breite”, “Tiefe” und “Strukturiertheit” definieren einen Zustandsraum von Wissenszuständen. Die Merkmalswerte können jeweils zwischen den Beträgen  gering und groß variieren. Die beiden Grenzzustände Unkenntnis und Umfassendes Wissen werden durch die Kombinationen geringe Breite, geringe Tiefe, geringe Strukturiertheit beziehungsweise große Breite, große Tiefe, große  Strukturiertheit definiert. Weitere Wissenszustände findet man formal dadurch, dass man die möglichen Kombinationen aus den beiden Grenzwerten gering und groß bildet. Beispielsweise:

Jeder Wissenszustand erhält einen anschaulichen Namen. Zusammen mit  einer kurzen Erläuterung habe ich alle Definitionen in einer Tabelle zusammengefasst.

Der „räumliche“  Zusammenhang zwischen allen Zuständen ermöglicht „gleitende“ Übergänge zwischen den verschiedenen Arten und Qualitäten des Wissens. Die Gesamtheit aller möglichen Wissenszustände kann man als Würfel darstellen, weshalb ich das skizzierte Zustandsmodell “Wissenswürfel” nenne. Der Wissenswürfels vereint viele bislang nur einzeln betrachtete Erscheinungen im Rahmen eines gemeinsamen Modells, anhand dessen sich vielfältige Formen und Spielarten der Wissensentwicklung und des  Wissensverlusts klassifizieren, bewerten und diskutieren lassen.

 

Tabelle-Wissenszustände-1

 
Wissenswürfel