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Günther Meinhold

 

Web Design

Wissen und Softwareentwicklung

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Als Physiker beschäftige mich seit mehr als 30 Jahren mit Softwareentwicklung, zuerst als „Nebentätigkeit“, weil es die physikali-schen Berechnungen erforderten, später hauptberuflich als Entwickler, Projektleiter, Methodiker und IT-Architekt Meine ersten Programme bestanden aus Lochkarten, die heute genauso primitiv und uralt erscheinen wie Faustkeil und Knochenschaber. Denn drei Jahrzehnte IT-Geschichte sind in Anbetracht des Tempos, in dem Rechentechnik, Betriebssysteme und Programmiersprachen veralten, eine Ewigkeit.
   Gleich geblieben sind jedoch die Probleme der Softwareentwicklung. Denn nach wie vor entstehen Systeme, die mehr kosten, als geplant, die zu spät fertig werden oder nicht so funktionieren, wie es sich Auftraggeber und Anwender vorgestellt haben. Und seit Jahr-zehnten ähneln sich die Mittel, mit denen man versucht, die Mängel zu beheben: 
   •   neue Softwareentwicklungs-Methodiken
   •   neue Programmiersprachen
   •   verbesserte Entwicklungswerkzeuge
   •   leistungsstärkere Computer und Betriebssysteme
   •   andere Modellierungs-Notationen und -Werkzeuge
   •   angepasste und neu geschaffene IT-Standards
   •   strafferes, elastischeres oder agileres  Projektmanagement

Woran es jedoch häufig wirklich mangelt sind Wissen und Können - Wissen bezüglich der Strukturen,  Funktionen und Abläufe der IT-Systeme und Können, um sie  professionell  zu entwickeln und zu pflegen.   

Meist fehlt bereits die klare Beschreibung der Ergebnisse, die der Auftraggeber erwartet. Stattdessen erstellt man grafisch gelungene, aber inhaltliche dünne Präsentationsfolien und veranstaltet vielfältige Abstimmungs- und Statusmeetings, deren Protokolle die Projektordner füllen, ohne dass in der Sache ein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen ist. Gemessen an den Konzepten, Protokollen, Plänen, Folien und Diskussionen läuft die Wissensproduktion auf Hochtouren, doch die Qualität und Substanz der Ergebnisse bleiben mangels Fachwissen unzureichend. Geschickte Selbstdarstellung und Schönfärberei helfen die fachlichen Defizite zu verschleiern und ihre negativen Auswirkungen hinauszuzögern. Beseitigt werden die Mängel dadurch aber nicht.    
   Die herkömmlichen Phasenmodelle der Softwareentwicklung können diesem Umstand nicht Rechnung tragen, denn sie unterscheiden nicht zwischen hochwertigen und minderwertigen Ergebnissen. Wenn man jedoch das Phasenmodell der Softwareentwicklung auf den Zustandsraum des Wissenswürfels überträgt, tritt der Zusammenhang zwischen verschiedenen Wegen der Wissensentwicklung und der erreichbaren Softwarequalität anschaulich zutage. Man kann dann typische Fehler im Projektverlauf und die zugehörigen Wege im Wissenswürfel diskutieren und den empfohlenen „Königsweg“ zum umfassenden Wissen aufzeigen. Dieser führt auch bei der Softwareentwicklung über den Zustand „Abstraktes Wissen, Systemverständnis“ und als seine detaillierte Wegbeschreibung dienen Softwaremodelle und Softwarearchitekturen.

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 Phasenmodell der Softwareentwicklung: Die Detailfülle wächst mit den Phasen

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Softwareentwicklungsphasen im Modell des Wissenswürfels