Mein Logo und was es ausdrückt

Günther Meinhold

 

Web Design

 Modelle als Hilfsmittel zum Verständnis des Unsichtbaren und Abstrakten 

Unsere Alltagserfahrungen, unser Vorstellungsvermögen und unsere Sinne helfen uns nicht unmittelbar, abstrakte Strukturen und Verhaltensweisen zu verstehen und deren Sinn oder Unsinn zu beurteilen. Wir brauchen deshalb Hilfsmittel, um die Kluft zwischen den allgemein bekannten  Begriffen und Erscheinungen und den abstrakten Symbolen der Mathematik, den virtuellen Objekten der Software oder dem Fachvokabular der IT zu überbrücken.   
   Anschauliche Modelle und Analogien bilden die Gerüste und Leitern, mit denen unser Verstand abstrakte Zusammenhänge erschließt  und zu neuen Einsichten gelangt. Berühmte Physiker wie Albert Einstein, Niels Bohr oder Richard Feynmann verwandten viel Mühe und Zeit darauf, einfache Analogien und allgemeinverständliche Erläuterungen für die Resultate und Konsequenzen ihrer physikalischen Theorien zu finden. Allerdings können Analogien und vereinfachte Modelle, mögen sie auch noch so einleuchtend sein,  nicht die exakte Definition, die konkrete Beschreibung oder die mathematische  Berechnungen und Formeln ersetzen.
   Auch das Enterprise Architektur Mangaement definiert und nutzt Modelle, um eine Gesamtheit von IT-Systemen zu entwickeln, zu verwalten und zu optimieren. EAM-Modelle sind deshalb eine Art Konstruktions- und Bestandsdokumentation, ähnlich den Plänen und Modellen von Anlagen, Häusern, Siedlungen oder ganzen Städten. Man erstellt sie, um eine Vorstellung von der Funktion, der Struktur, den Kosten, der Komplexität, der technischen Ausgestaltung und den organisatorischen Beziehungen eines oder mehrer IT-Systeme zu haben. Anhand der Modelle und ihrer Darstellungen kann man mit Nicht-Fachleuten kommunizieren oder, wenn die Modelle dafür gedacht und geeignet sind, aktuelle und künftige Kennzahlen und Strukturen berechnen beziehungsweise simulieren.
   Anschauliche Analogien allein reichen jedoch nicht aus, um wirkliches Verständnis zu erlangen und kalkulierbare Ergrebnisse zu erzielen. Hier ein Beispiel:
   Eine gebräuchliche Bezeichnung für eine Gruppe zusammengehöriger Anwendungen ist "Anwendungslandschaft". Spricht man - im Bild der Landschaft bleibend - weiter davon, dass die Anwendungslandschaft systematisch bewirtschaftet werden soll,  besteht die Gefahr, dass die Analogie überstrapaziert und zu formalen Worthülse wird. Denn die Formulierung “systematische Bewirtschaftung” erzeugt zwar bei Zuhörern und Lesern eine - wahrscheinlich beabsichtigte -  positve Vorstellung von Planung, Ordnung und Nachhaltigkeit,  lässt aber offen, was man darunter im Falle einer IT-Anwenungslangschaft konkret zu verstehen hat. Denn Anwendungen und IT-Systeme werden weder einzeln noch in Gruppen bewirtschaftet, sondern geplant, entworfen, entwickelt, gewartet, verknüpft, verteilt und betrieben.   

  Brauchbare Modelle enthalten und erhalten die für einen bestimmten Zweck wesentlichen Strukturen, Eigenschaften und Verhaltensweisen. Sie gehören im Modell des Wissenswürfels zum Zustand “Abstraktes Wissen, Systemverständnis”. Gute Darstellungen von Modellen transformieren die Kernaussagen der Modelle in eine zielgruppen-gerechte Form und Sprache, ohne den Inhalt und die Klarheit der Modelle der Form zu opfern.