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Günther Meinhold

 

Web Design

 Gedichte und Fraktale 

 

vor 

Bereits recht einfache Computerprogramme erzeugen ästhetisch reizvolle Muster, die durch vielfache Wiederholung elementarer mathematischer Operationen scheinbar aus dem Nichts entstehen. Am populärsten sind die grafischen Darstellungen von Fraktalen, die man mit speziellen Programmen berechnet und zu „Computerkunst“ weiterverarbeiten kann. Fraktale besitzen die Eigenschaft der Selbstähnlichkeit, die sich darin äußerst, dass Teile eines Objektes dem Ganzen ähneln. Weil natürliche Objekte wie Wolken, Wasser, Pflanzen oder Felsen allesamt selbstähnliche Gebilde sind, glauben wir in den Abbildungen von Fraktalen häufig bekannte Muster zu erkennen, die obwohl weder gegenständlich noch klar umrissen, unsere Phantasie anregen und unsere Gedanken in eine bestimmte Richtung lenken. Als Beispiel habe ich einige Gedichte, die ich vor längerer Zeit schrieb, nachträglich durch fraktale Bilder illustriert, und versuche so, die Kerngedanken und die Stimmung der Gedichte einzufangen, ohne ein "wirkliches" Bild zu benutzen.    

Winterzauber

Im Eis versteckt
wie ein Bernsteininsekt
sind Zweige und Gras
zerbrechlich wie Glas.
Sie klirren wie Lüster
Im Windgeflüster.

Es ward jeder Baum
zum kristallenen Traum
als flog drüber hin
die Schneekönigin
und aus ihrem Kleide
fiel Eisgeschmeide.

Ein Kind staunend fasst
nach dem funkelnden Ast,
umschließt voller Stolz
das glitzernde Holz,
doch im Schutz seiner Hand
der Zauber entschwand.

Winterzauber-1

(c) Günther Meinhold, Freigericht, 2011