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Günther Meinhold

 

Web Design

Wissen und Business-IT-Alignment

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Automatisierte Prozesse funktionieren ohne den Menschen. Alle für die Durchführung des Prozesses notwendigen Informationen sind im Programm oder in den zu verarbeitenden Daten enthalten. Solange die Software ihre Aufgabe zufrieden stellend erfüllt, braucht deshalb niemand zu wissen,  wie sie im Detail funktioniert. Und je länger das unauffällig geschieht, desto größer ist die Gefahr, dass ein Programm und seine Details vergessen werden.
   Der Computer entlastet uns zwar von den Routinetätigkeiten der Informationsverarbeitung und schafft Freiräume für andere fachliche Tätigkeiten, doch gleichzeitig schwinden das Wissen und die Kenntnisse der fachlichen Details zu den automatisierten Prozessen
   Das Wissen, das man verliert, wenn man die Details automatisierter Prozesse „vergisst“, gehört zum Spezialistenwissen, zum Detailwissen und teilweise zum Zustand „Abstraktes Wissen, Systemverständnis“. Man erwirbt stattdessen mechanisches Wissen in Form der Bedienschritte zum Start der Programmfunktionen. Zugleich verflacht das Wissen über die Geschäftsprozesse zum formalen Wissen, dem es an Tiefe fehlt. Geht das Detail-Prozesswissen für Menschen gänzlich verloren, entspricht dies dem Übergang zum Zustand der Unkenntnis. Schlimmstenfalls führt der Wissensverlust zum chaotischen Unsinn, der durch das Nebeneinander von richtigen und falschen Detailinformationen gekennzeichnet ist,  und sich in fehlgeschlagenen Projekten, fehlerhaften technischen Systemen oder unzulänglichen Dienstleistungen äußern kann.
   Mit dem Wissens über den Zusammenhang der tatsächlichen, also auch der automatisierten Geschäftsprozessen verlieren Firmen die Fähigkeit, ihr Geschäft zu verstehen, zu steuern, anzupassen und zu verbessern. Sie handeln wie Hans im Glück, dem sein Goldklumpen zu schwer wurde. Denn sie tauschen firmeninternes Know-How und die damit verknüpften Wettbewerbsvorteile gegen formales Wissen und Unkenntnis, die sich unter anderem in unvollständigen, veralteten, oberflächlichen oder ungenauen


Anzeichen für den Verlust an Detail- und Prozesswissen  

  - Unvollständige und ungenaue Geschäftsprozess-Modelle, die zwar die manuellen Prozessschritte, einschließlich der   Programmbedienung beschreiben, aber unzureichend mit den automatisierten Prozessen verknüpft sind
  - Zu formale Prozessbeschreibungen nach z.B. COBIT,  die zu Präsentations-zwecken taugen, aber nicht zur Steuerung des operativen Geschäfts 
  - Produktive Programme, zu denen keine aktuelle Dokumentation existiert
  - Programme, die fachlich überflüssig sind, aber nicht entfernt werden, da man unbekannte Seiteneffekte befürchtet
  - Unvollständige, widersprüchliche oder fehlerhafte Fachspezifikationen für neue oder zu ändernde Programme
  - Das Fehlen eines zentralen Datenbestands, der die technischen und fachlichen Komponenten, Funktionen und deren Verbindungen für alle Anwendungen der IT-Landschaft umfasst

Folgen des Verlusts an Detail- und Prozesswissen

  - Gescheiterte IT-Projekte aufgrund des fehlenden fachlichen und technischen Gesamtverständnisses der Lösung und mangelnder Detailkenntnisse bezüglich ihrer qualitativ ausreichenden Umsetzung 
  - Verlust an fachlicher und technischer Kompetenz auf Fach- und IT-Seite, die Angebote externer Anbieter inhaltlich zu bewerten, und somit deren Güte und Seriosität einzuschätzen
  - Erhöhte Wahrscheinlichkeit von Fehl- oder suboptimalen Entscheidungen, die „aus dem Bauch“ erfolgen, ohne dass Risiken und „Nebenwirkungen“ hinreichend bewertet werden konnten 
  - Permanent steigende Komplexität der Anwendungslandschaft aufgrund lokaler Lösungen,  da die Gesamtplanung der Anwendungslandschaft und ihrer Komplexität mangels Informationen zum Ist- und Soll-Zustand nicht möglich ist
  - Teure und komplexe IT-Systeme, mit denen niemand zufrieden ist, ohne die man aber auch nicht mehr leben kann,  und zu deren Erneuerung das Geld, das Wissen und die Zeit fehlen

Business-IT-Alignment

Eine Kernaufgabe des Business-IT-Alignment (als Ausrichtung der IT an den Bedürfnissen und Erfordernissen des Business) besteht darin, das dezentralisierte, fragmentierte oder verloren gegangene fachliche und technische Wissen zu automatisierten informationsverarbeitenden Geschäftsprozessen in hinreichender Menge, Strukturiertheit und Detailtiefe zu erwerben, zu pflegen und verfügbar zu machen. Dazu bedarf es eines ganzheitlichen Modells, das nicht an den Grenzen  von Organisationen, Verantwortungsbereichen oder IT-Systemen haltmacht, und welches konsistente Sichten auf Teilaspekte und Details liefert. Ein primäres Ziel des Business-IT-Alignment besteht im gemeinsamen Systemverständnis als notwendige Voraussetzung für:
  - die ganzheitliche Systemkenntnis
  - die Beherrschung von Komplexität
  - die Abschätzung von Chancen und Risiken
  - die Planung und Steuerung einer ganzheitliche Entwicklung
  - die gemeinsamen Verantwort von Fachseite und IT
  - die gegenseitigen Wertschätzung 

Kommunikation ist ein notwendiges und wichtiges Mittel auf dem Weg zu diesem  Ziel, aber nicht des Ziel selbst 

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Fach- und IT-Wissen  im Modell des Wissenswürfels

Die  Systemarchitektur enthält das fachliche, technische und organisatorische Wissen zum Systemverständmis als notwendiger Voraussetzung für das Business-IT-Alignment